Wohngebäudeversicherung

Die Versicherungssumme, Ermittlung des Wertes 1914

Wer die volle Leistung der Versicherungsgesellschaft kassieren will, muss dafür sorgen, dass die Versicherungssumme dem Wert des Hauses entspricht. Deshalb kommt es auf die richtige Einstufung des Gebäudes bei Vertragsabschluß an. Neu-, Um- und Anbauten müssen der Versicherung gemeldet werden, damit die Versicherungssumme entsprechend erhöht wird.

Die Festsetzung der Summe ist in der Wohngebäudeversicherung eine Wissenschaft für sich. Die Gesellschaften bedienen sich eines antiquierten Hilfsmittels, des sogenannten Versicherungswertes 1914. Zunächst werden dabei die Herstellungskosten für das Haus im Jahre 1914 geschätzt. Das ergibt dann den Versicherungswert 1914 oder die Versicherungssumme 1914. Daraus ermitteln die Versicherer mit Hilfe des sogenannten Neuwertfaktors die Prämie. Dieser Faktor spiegelt die seither gestiegenen Baupreise einschließlich der Löhne und Gehälter wieder. Für 2002 betrug der Faktor 13,14. Er sagt aus, dass die Baupreise 13,14 mal so hoch sind wie im Vergleichsjahr 1914.

Ermittlung des Wertes 1914

Wenn der Kunde nicht die Versicherungssumme 1914, sondern nur den Neubauwert in Preisen eines anderen Jahres (z.B. des Jahres des Versicherungsvertragsbeginns) angibt, wird die Umrechnung durch die Versicherungsgesellschaft vorgenommen. Damit übernimmt auch die Versicherung die Verantwortung für die richtige Versicherungssumme 1914, vorausgesetzt der Kunde gibt für das betreffende Jahr den Neubauwert zutreffend an. Die Umrechnung erfolgt dann mit dem Baupreisfaktor.

Der Baupreisfaktor

der Baupreisfaktor (abgeleitet vom Baupreisindex des Statistischem Bundesamtes) ist eine als Durchschnittswert für das gesamte Bundesgebiet ermittelte Messzahl, die die Baupreisveränderung seit 1914 berücksichtigt. Für das laufende Jahr ist der Index des Monats Mai des Vorjahres maßgebend.

Ein Berechnungsbeispiel:

Baujahr 2002 im Wert von EUR 150.000,-
Risiken: Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel

150.000 / 10,3071 (Baupreisfaktor für 2002) = 14553 aufgerundet zu 14600. (Versicherungswert 1914).

Dieser Wert wird jetzt mit dem Beitragssatz (bei der Versicherung, oder einem Makler zu erfragen; liegt zwischen 0,5 und 1,15) multipliziert.

14600 x 0,7‰ = 10,220. Dieser Wert wird jetzt mit dem gleitenden Neuwertfaktor (für 2002 = 13,14) multipliziert.

10,220 x 13,14 = 134,29 EUR zuzüglich der Versicherungssteuer von 14,75% (Stand: 2002) entspricht das einer Versicherungsprämie von 134,29 EUR x 1,1475 = 154,10 EUR (gerundet).

Jahr Baupreisfaktor Jahr glt. Neuwertfaktor
1980 12,263 1993 23,0
1981 12,981 1994 24,1
1982 13,335 1995 24,6
1983 13,637 1996 25,3
1984 13,974 1997 25,4
1985 14,033 1998 25,3
1986 14,226 1999 25,4
1987 14,496 2000 25,4
1988 14,805 2001 25,6
1989 15,345 Umstellung auf Euro
1990 16,334 2002 13,14
1991 17,469 2003 13,10
1992 18,587 2004 13,20
1993 19,504
1994 19,971
1995 20,461
1996 20,443
1997 20,252
1998 20,334
1999 20,241
2000 20,098
2001 20,180
Umstellung auf Euro
2002 10,297
2003 10,297

Quellen: Versicherungsmakler Diekena, Helvetia-Versicherungen Stiftung Warentest

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